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Onkologie Rheinsieg

Praxisnetzwerk Hämatologie und internistische Onkologie

Der künstliche Darmausgang

Die Vorstellung eines künstlichen Darmausgangs löst bei vielen Menschen Abwehr bis Ekel aus, denn der sehr intime und tabuisierte Vorgang der Darmentleerung wird auf gewisse Weise öffentlich gemacht. Die Befürchtung, dass andere Menschen dies erkennen und mit Abscheu reagieren, ist jedoch normalerweise unbegründet.

Die meisten Stomaträger beurteilen ihr Stoma positiv und kommen damit im Alltag gut bis sehr gut zurecht. Vorher bestehende Beschwerden wie häufige Bauchschmerzen oder Schmerzen beim Stuhlgang werden durch den Eingriff beseitigt. Für manchen Patienten ist die Anlage eines Stomas überdies die einzige Möglichkeit zu überleben.

Ein künstlicher Ausgang muss nicht für immer sein

Darmkrebspatienten erhalten am häufigsten ein sogenanntes Kolostoma. Das Stoma führt also den Inhalt des Kolons, sprich des Dickdarms nach außen. Die Anlage eines solchen künstlichen Dickdarmausganges muss nicht zwangsläufig endgültig sein. Wenn ein Stück Darm nach einer Operation nur zeitweise „geschont“ werden muss, kann das Kolostoma auch nur vorübergehend angelegt werden. Wenn allerdings große Teile des Dickdarms oder der komplette Mastdarm mitsamt Schließmuskel entfernt werden müssen, ist die Anlage eines dauerhaften Kolostomas unumgänglich.

Stomaversorgung – der tägliche Begleiter

Die fachsprachlich sogenannte Stomaversorgung besteht aus einer Platte, die auf die Bauchdecke geklebt wird, und einem daran befestigten Beutel. Dieser ist in der Regel undurchsichtig und nimmt die Darmausscheidungen auf. Man unterscheidet ein- und zweiteilige Systeme. Bei einteiligen Systemen sind Basisplatte und Beutel fest miteinander verbunden und können nur gemeinsam gewechselt werden. Zweiteilige Systeme bestehen aus zwei getrennten Einheiten: Die Platte kann auf der Bauchdecke verbleiben, wenn der Beutel gewechselt werden muss.

Noch unauffälliger: Kappe statt Beutel

Träger eines Kolostomas haben die Möglichkeit den Darm mithilfe einer Darmspülung, der sogenannten Irrigation, komplett zu entleeren. Danach ist etwa 24 Stunden lang keine weitere Ausscheidung zu erwarten. In dieser Zeit reicht es aus, das Stoma mit einer Kappe abzudecken.

Es braucht natürlich eine gewisse Zeit, sich an den Umgang mit der Stomaversorgung zu gewöhnen. Gerade in den ersten Wochen nach der Anlage funktioniert zwar die Stomaversorgung – Beutel wechseln, Platte kleben, Hautpflege etcetera – schon recht gut. In dieser Zeit ist es jedoch noch schwierig, „den Beutel“ als zum eigenen Körper zugehörig zu akzeptieren. Hier hilft nur Geduld mit sich und der neuen Lebenssituation. Empfehlenswert ist auch der Austausch mit anderen Stomaträgern, beispielsweise in einer Selbsthilfegruppe. 

Häufig befürchten Patienten, die das Stoma erst seit wenigen Wochen tragen, durch Geräusche oder unangenehme Gerüche aufzufallen. Dies ist eine weitgehend grundlose Angst, denn die Stomaversorgung ist unter der Kleidung gut versteckt; ein Aktivkohlefilter verhindert überdies die Geruchsentwicklung. Lediglich Geräusche lassen sich nicht vollständig vermeiden. Aber diese können über Ernährungsumstellungen beeinflusst werden. Stomaträger empfehlen deshalb das Führen eines Ernährungs-Tagebuchs. Nur so lassen sich störende Nebeneffekte ganz individuell bestimmen.

Duschen und Baden kein Problem

Stomaträger können sowohl mit als auch ohne Versorgungssystem problemlos duschen oder baden, selbst Schwimmen ist möglich und erlaubt. Die meisten Patienten möchten dabei jedoch ihren Beutel verbergen, um neugierige Blicke zu vermeiden. Frauen haben es einfacher, sie können einen Badeanzug tragen. Männer tragen teilweise Badeshorts, die sie bis zum Nabel hochziehen können oder überkleben den Teil des Beutels, der aus der Badehose herausschaut, mit einem Pflaster. Wer in einem See oder im Meer badet, kann auch ein T-Shirt oder eine elastische Leibbinde anziehen.

Stoma und Sex – doppeltes Tabu

Fast alle Stomaträger haben Angst davor, sexuell nicht mehr attraktiv zu sein. Allein das Gespräch über dieses doppelte Tabu – Sexualität und Stoma – stellt für viele Patienten eine schier unüberwindliche Hürde dar. Erfahrungsgemäß hilft aber nur die offene Aussprache zwischen zwei Partnern.

Wenn der Patient oder die Patientin bemerkt, dass er oder sie nicht auf „den Beutel“ reduziert wird, ist das Meiste schon geschafft. Viele Stomaträger sorgen außerdem dafür, dass sie beim Sex nur die Stomakappe zu tragen brauchen. Andere verdecken ihre Stomaversorgung mit einer elastischen Leibbinde.

Austausch mit Betroffenen macht vieles leichter

Selbstverständlich sollte jeder Stomaträger selbst entscheiden, ob er seine Mitmenschen über seinen künstlichen Ausgang informiert. Die einen klären Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte auf, während andere nur mit dem Partner darüber reden. Empfehlenswert ist es, sich mit anderen Stomaträgern auszutauschen – nicht nur kurz nach der Stomaanlage. Denn auch die Erfahrungen anderer  und praktische Tipps rund um die Probleme, die immer wieder mit der Stomaversorgung auftauchen können, sind hilfreich. Gute Kontaktmöglichkeiten bieten Foren oder Chatrooms im Internet oder auch Selbsthilfegruppen vor Ort.

 

Weiterführende Informationen und Adressen

ILCO e.V.
Die Deutsche ILCO ist eine Selbsthilfeorganisation für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs. Sie bietet vielfältige Informationen, Erfahrungsaustausch und Beratung zum täglichen Leben mit einem Stoma sowie der Darmkrebserkrankung. Darüber hinaus vertritt sie die Interessen Ihrer Mitglieder bei stoma- und darmkrebsbezogenen Anliegen.

Deutsche ILCO e.V. – Bundesgeschäftsstelle
im Haus der Krebs-Selbsthilfe
Thomas-Mann-Str. 40, 53111 Bonn
Telefon: 0228 / 33 88 94-50
Sprechzeiten: Mo - Do 9-15 Uhr
Fax: 0228 / 33 88 94-75
E-Mail: info@ilco.de
Internet: www.ilco.de  

www.stomawelt.de
Dieses Internetportal wird von einem Stomaträger betrieben und bietet praktische Informationen sowie ein Forum zum Austausch für Betroffene und Interessierte. Die Linkliste enthält unter anderem viele Adressen von Firmen, die Stomaversorgungsprodukte herstellen.

Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Die Deutsche Krebsgesellschaft stellt gemäß ihrem Motto „Durch Wissen zum Leben“ umfassende Informationen zu dem komplexem Thema Krebs bereit, sowohl auf der Internetseite, als auch in Form von Broschüren, Videos etc.

Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
TiergartenTower
Straße des 17. Juni 106–108
10623 Berlin
Telefon: 030 / 322 93 29 00
Fax: 030 / 322 93 29 66
Internet: www.krebsgesellschaft.de

Krebsinformationsdienst
Der Krebsinformationsdienst (KID) ist eine Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg. Unter 0800 / 420 30 40 beantwortet der KID täglich von 8 bis 20 Uhr Ihre Fragen.
Anrufe aus dem deutschen Festnetz sind kostenlos.
www.krebsinformationsdienst.de

 

 

Als Patient unserer Praxis erhalten Sie eine Mobilfunk-Nummer, unter der Sie uns auch außerhalb der Sprechzeiten erreichen können. Bitte zögern Sie nicht, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen, beispielsweise, wenn Sie Nebenwirkungen einer Chemotherapie bemerken, etc.Sollten Sie außerhalb der Öffnungszeiten eine Apotheke benötigen, so können Sie über das Aponet eine Bereitschaftsapotheke in Ihrer Nähe ausfindig machen.