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Onkologie Rheinsieg

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Maligne Lymphome

Vergleichsweise häufig vorkommende maligne Lymphome sind die chronische lymphatische Leukämie und das follikuläre Lymphom. Wo genau welches Lymphom entsteht, hängt davon ab, welcher Lymphozyt in welchem Entwicklungsstadium wo im Organismus zur Krebszelle entartet ist. Nicht zu verwechseln sind Lymphome mit Lymphknotenmetastasen. Letztere entstehen durch Absiedlungen von Krebszellen aus soliden Tumoren wie Brust- oder Darmkrebs.

Drainage- und Reinigungssystem
Die Lymphozyten bilden eine Unterklasse der weißen Blutkörperchen und reifen im Laufe ihrer Entwicklung zu Superspezialisten der Immunabwehr heran (Abb. 1). Die B-Lymphozyten oder kurz B-Zellen entwickeln sich bei einer Infektion zu Antikörper-produzierenden B-Plasmazellen. T-Lymphozyten sind wichtig für die Steuerung der Immunreaktion. Eine spezielle T-Zell-Unterklasse ist zudem in der Lage, Virus-infizierte oder irreparabel geschädigte Körperzellen abzutöten.

Lymphozyten sind wie gesagt überall zu finden, ganz besonders häufig aber im Lymphgefäßsystem, dessen Aufgabe darin besteht, Abfallstoffe und körperfremde Substanzen zu entsorgen. In den Lymphbahnen fließt eine farblose Flüssigkeit, die Lymphe. Etwa zwei Liter Lymphe bildet der Körper täglich. Sie sickert aus den kleinsten Gefäßen des Blutkreislaufs zunächst in die umgebenden Gewebe, um nach einiger Zeit – beladen mit Zelltrümmern, Infektionserregern und Abfallstoffen, aber auch mit Lymphozyten – ins Lymphgefäßsystem eingeschwemmt zu werden.

 

Lymphknoten sind die Arbeitsstätten von Lymphozyten
Bevor die Lymphflüssigkeit wieder in den Blutkreislauf zurückgeleitet werden kann, muss sie gereinigt werden. Das geschieht in den Lymphknoten. Hunderte von ihnen sind in das Geflecht der Lymphbahnen eingeschaltet. Im ganzen Körper finden sich größere Gruppen von Lymphknoten, so am Hals, unter der Achsel, in der Leiste, aber auch im Körperinnern. Die bohnenförmigen Lymphknoten sind normalerweise nur wenige Millimeter bis zu etwa einem Zentimeter dick. Wenn Infektionserreger in den Körper eingedrungen sind, vermehren sich die Lymphozyten in ihnen schlagartig, um die Abwehrbereitschaft zu erhöhen. In der Folge werden die Knoten deshalb größer und verhärten sich. Zu Krebszellen entartete Lymphozyten teilen sich unablässig und lassen deshalb die Lymphknoten besonders stark anschwellen.

Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome
Diese malignen Lymphome können aus geschädigten B- oder T-Lymphozyten entstehen. Allerdings entarten nicht nur die B- oder T-Zellen selbst, sondern auch ihre jeweiligen Vorläuferzellen (Abb. 2). Die genaue Unterscheidung der einzelnen Lymphome ist von wesentlicher Bedeutung für die Behandlungsstrategie. Ebenfalls wichtig in diesem Zusammenhang ist die Teilungsgeschwindigkeit der geschädigten Lymphozyten. Maligne Lymphome mit sehr schnell sich teilenden Zellen werden als hoch maligne oder aggressiv, solche mit langsam sich teilenden Zellen als niedrig maligne oder indolent bezeichnet.

Daneben existiert mit den sogenannten Hodgkin-Lymphomen eine weitere Klasse maligner Lymphome. Sie waren die ersten in der Medizin identifizierten bösartigen Lymphknotenschwellungen. Der Londoner Pathologe Thomas Hodgkin beschrieb sie erstmals 1832. Ihr Erkennungszeichen sind unter dem Mikroskop sichtbare Riesenzellen, die entstehen, wenn entartete Lymphozyten miteinander verschmelzen. Alle malignen Lymphome, bei denen diese Riesenzellen nicht entstehen, werden deshalb auch als Non-Hodgkin-Lymphome oder kurz NHL bezeichnet.

 

Gewebeuntersuchung bringt Klarheit
Entscheidend für die erste Charakterisierung eines malignen Lymphoms sind zusammengefasst deshalb folgende Kriterien:

  • „Riesenzellen“ ja oder nein?
  • Entstanden aus geschädigter B- oder T-Zelle?
  • Entwicklungsstand der geschädigten B- oder T-Zelle?
  • Schnelle oder langsame Teilung der B- oder T-Zelle?
  • Lokalisation der geschädigten Ursprungszelle?

All diese Fragen lassen sich nur mit einer sorgfältigen und aufwändigen Untersuchung des verdächtigen Gewebes beantworten. Außerdem werden in der Regel zusätzlich Knochenmarkproben aus einem Beckenkammknochen entnommen. Mit bildgebenden Verfahren wie Ultraschall, Computer- und Kernspintomographie, manchmal auch der Positronen-Emissionstomographie (PET) lässt sich außerdem feststellen, wie weit sich das Lymphom möglicherweise ausgebreitet hat.

Vier Stadien der Erkrankung
Welche Therapie in welcher Intensität eingesetzt wird, ist zusätzlich vom Stadium der Erkrankung abhängig. Maligne Lymphome werden in vier Stadien eingeteilt:

I Befall einer Lymphknotenregion;
II Befall von zwei Lymphknotenregionen, aber auf nur einer Seite des  Zwerchfells;
III Befall von Lymphknoten auf beiden Seiten des Zwerchfells; 
IV Befall von Organen wie Leber, Lunge, Haut oder Knochen.

Allgemeinsymptome wie Fieber, Nachtschweiß oder plötzliche Gewichtsabnahme gelten als weitere Merkmale. Diese sogenannten BSymptome fließen ebenfalls in die Stadienbeurteilung mit ein: der entsprechenden Beurteilung wird gegebenenfalls der Buchstabe B hinzugefügt. „Stadium IIIB“ bedeutet demnach, dass maligne Lymphome auf beiden Seiten des Zwerchfells nachweisbar sind und der Patient zusätzlich über B-Symptome klagt.

Behandlungsmöglichkeiten
Hinsichtlich der Behandlungsmöglichkeiten hat sich in den vergangenen Jahren eine Menge getan.Aggressive, also schnell wachsende maligne Lymphome sprechen gut auf eine Chemotherapie an, sind prinzipiell auch heilbar. Das gelingt umso besser, je weniger Orte im Organismus befallen sind. Indolente, also langsam wachsende maligne Lymphome sind in den Frühstadien heilbar. Aber auch in späteren Stadien gelingt es oft, die Lebenszeit bei guter Lebensqualität um viele Jahre zu verlängern. Das geht soweit, dass immer mehr Patienten die Langzeitnebenwirkungen ihrer Lymphombehandlung erleben. Besonders Patienten, die vor dem 40. Lebensjahr an einem malignen Lymphom erkrankt sind und dann geheilt werden, tragen ein gegenüber der Normalbevölkerung etwa zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko, 20 Jahre nach Abschluss der Behandlung an einem Zweittumor, z. B. an einem Nierenzellkarzinom, zu erkranken.

Bei langsam indolenten malignen Lymphomen in den Stadien III oder IV, die keine Beschwerden verursachen (indolente Lymphome), kann es sinnvoll sein, zunächst abzuwarten und sich in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen zu unterziehen. Aggressive maligne Lymphome dagegen müssen unverzüglich behandelt werden, meist mit einer Kombination aus Antikörpern und Chemotherapeutika. Chemotherapeutika wirken auf alle sich teilenden Zellen, Antikörper hingegen erkennen bestimmte Strukturen auf der Oberfläche von Lymphozyten und bekämpfen so gezielt B- und T-Zellen.

Die Stammzelltransplantation – also der Neuaufbau des Immunsystems – kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn es bei einem Lymphompatienten nach Heilung zu einem Rückfall gekommen ist. Auch Patienten mit multiplem Myelom können von einer Stammzelltransplantation profitieren. Voraussetzung ist, dass die betroffenen Patienten die Belastungen einer solch aggressiven Therapie vertragen. Weitere allgemeinverständliche Informationen finden Sie auf der Internetseite www.leukaemie-hilfe.de


Stand: Oktober 2014

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