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Onkologie Rheinsieg

Praxisnetzwerk Hämatologie und internistische Onkologie

Wann ist eine PSA-Messung sinnvoll?

Das Prostata-spezifische Antigen oder kurz PSA ist ein Protein, das ausschließlich in der Prostata gebildet und beim Samenerguss dem Ejakulat beigemengt wird. Im Blut von gesunden Männern kommt es nur in geringen Konzentrationen vor. Bei Patienten mit Prostatakrebs sind in der Regel höhere Konzentrationen im Blut nachweisbar. Damit ist das PSA ein wertvoller Tumormarker, der in Früherkennung, Diagnostik und Therapiekontrolle eingesetzt werden kann. Im Folgenden beantworten wir die häufigsten Fragen zum PSA.

Ist es für Männer ab einem bestimmten Alter sinnvoll, den PSA-Wert bestimmen zu lassen?
Ja, die aktuellen Leitlinien empfehlen 30- bis 40-jährigen Männern, eine frühe PSA-Messung durchführen zu lassen, vor allem dann, wenn eine familiäre Belastung bekannt ist.

Ist die PSA-Untersuchung allein wirklich aussagekräftig?
Nur bedingt, und aus diesem Grund ist das sogenannte PSA-Screening, also die Testung an möglichst allen Männern in einem bestimmten Alter, nicht unproblematisch. Große Studien belegen, dass man den PSA-Wert bei einer Million Männern bestimmen muss, um ein paar Tausend Verdachtsfälle zu identifizieren, die weiterer diagnostischer Abklärung bedürfen.

Wie kann man als Mann um die 50 dann vorsorgen?
Sinnvoll ist eine Vorsorgeuntersuchung, die eine rektale Tastuntersuchung und eine PSABestimmung einschließt. Die Tastuntersuchung allein reicht nicht aus, da nicht jedes Prostatakarzinom mit einem verdächtigen Tast­befund einhergeht.

Was genau passiert, wenn mein PSA-Wert erhöht ist?
Nehmen wir an, der Wert liegt bei 4,5 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml). Das ist eine leichte Erhöhung, die ein genaueres Hinschauen erfordert. Ist die Prostata (chronisch) entzündet oder besteht begründeter Verdacht auf ein Karzinom? Im ersten Schritt wird bei unauffälligem rektalen Tastbefund eine Antibiotikatherapie verordnet. Wenn nach dieser Behandlung der PSA-Wert wieder deutlich unter 4,0 ng/ml gefallen ist, sollte nach sechs Monaten eine Kontrollmessung erfolgen. Ist der PSA-Wert dann auf niedrigem Niveau verblieben, so wird zunächst auf eine Probeentnahme verzichtet. Sinkt der Wert nicht oder steigt gar noch an, so wird die Prostatabiopsie empfohlen. Wird hingegen in der rektalen Tastuntersuchung ein verdächtiger Befund getastet, so sollte dieser in jedem Fall unabhängig von der Höhe des PSA-Wertes mittels Probe­entnahme abgeklärt werden.

Und wenn nicht?
Bei kontrollkonstanten PSA-Werten über 4 ng/ml, besteht ein erhöhtes Risiko, tatsächlich an einem Karzinom erkrankt zu sein. Um das genauer abzuklären, ist eine Biopsie, also die Entnahme einer Gewebeprobe, notwendig. Durch den Enddarm werden ultraschallge­steuert mindestens 12 Prostatabiopsien entnommen und vom Pathologen untersucht. Werden dann Krebszellen gefunden, ist die weitere Vorgehensweise vom Einzelfall abhängig.

Spielt der PSA-Wert auch nach der Operation eine Rolle?
In der Nachsorge ist er besonders wichtig. Nach der Prostataentfernung sinkt der PSA-Wert bei kompletter Entfernung des Tumors beziehungsweise der Prostata unter die Nachweisgrenze. Der Patient sollte den Wert regelmäßig alle drei bis sechs Monate bestimmen lassen. Steigt der Wert wieder an, so spricht dies in Abhängigkeit von der Anstiegsgeschwindigkeit für ein lokales Tumorrezidiv oder eine über die Prostata hinausgehende bösartige Erkrankung.

Die Bestimmung des PSA-Wertes in der Früherkennung ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherungen, sondern muss selbst bezahlt werden. Was genau muss ich zahlen?
Der Preis für die PSA-Bestimmung zur Früh­erkennung ohne hinreichenden Verdacht wird nach der Gebührenordnung für Ärzte bestimmt. Mit etwa 35 bis 40 Euro muss man rechnen. Sobald aber ein Verdacht auf bösar­tiges Wachstum besteht, ist die PSA-Wert-Bestimmung Kassenleistung.


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